Dienstag, 3. Mai 2016

Kleine Blogpause


Liebe Leserinnen, ich verabschiede mich für eine Weile von euch.


Morgen fliege ich nach Mytilini, um für zwei Wochen das Lesbos-Team von Schwizerchrüz zu verstärken. (Im Unterschied zu dem, was man auf der verlinkten Seite sieht, gibt es aber in Griechenland aktuell kaum noch Bootsankünfte von Flüchtlingen; die Tätigkeiten konzentrieren sich jetzt voraussichtlich eher auf das Sortieren und Bereitstellen von Spenden für die Lager auf der Insel und auf das Säubern der Strände von Schwimmwesten und kaputten Booten.)

Ich persönlich finde es furchtbar, wie Europa hier scheitert und die Menschen in Not, die unsere Hilfe brauchen, einfach hängen lässt. Natürlich weiß ich, dass nicht zwei, drei Länder alle Menschen aufnehmen können, die gerne ein besseres Leben haben möchten, aber ich meine, dass wir bei weitem Platz und Herz genug haben müssen, um zumindest all diejenigen bei uns willkommen zu heißen, die vor Krieg und Terror flüchten.

Meine Kinder sind 11 und 13 und vor allem meine jüngere Tochter ist sehr traurig, dass ich zwei Wochen wegfahre - bis jetzt war ich noch nie länger als drei Tage nicht da. Aber mein Mann nimmt extra Urlaub für einen großen Teil meiner Abwesenheit und ich bin sicher, dass sie die Zeit ohne mich gut hinbekommen.♥
Es ist mir wichtig, diesem hässlichen Gesicht, das Europa im Moment zeigt, etwas entgegenzusetzen, auch wenn ich alleine klein und unbedeutend bin.

Zusammen können wir viele sein.♥


(Direkte Arbeit mit Kindern ist nicht geplant, aber das hier ist kein Einsatz, wo man etwas planen kann. *g* Deshalb habe ich noch ein paar Mini-OhrenDingse für meinen Rucksack genäht, falls ich unterwegs doch das eine oder andere traurige Kind treffe, das Aufmunterung gebrauchen kann.)


Wir lesen uns dann gegen Ende Mai wieder ... oder ihr begleitet mich auf Instagram.

Montag, 2. Mai 2016

Regenbogen-Katzen


Nach dem Vorbild eines Shirts, das ich vor vier Jahren mal für meine Tochter gemacht hatte (hier), habe ich für ein süßes Mädel, das meine Sachen sehr gerne trägt, ein Katzen-Shirt genäht. Schnitt-Grundlage war hier "Xater" in der weiten Version, dem ich eine leichte A-Form verpasst habe.

Für das gleiche Mädchen ist auch eins meiner beliebten Regenbogen-Elodie-Drehkleider entstanden, wie ich sie schon recht oft hier gezeigt habe. ;-)


Habt einen guten Wochenstart! (Endlich Mai!)

Mittwoch, 27. April 2016

Noch mehr Ohrendingse


Sehr viel Abwechslung biete ich euch gerade nicht hier, sorry. ;-)
Habe noch 65 weitere Ohrendingse genäht. Therapeut Michael fliegt in der zweiten Maiwoche wieder nach Lesbos. Er wird diesmal bis zu einem Jahr dort bleiben und vor Ort ein Langzeitprojekt für die auf der Insel Gestrandeten aufbauen, mit dem traumatisierte Kinder und Erwachsene betreut werden sollen und das auch Unterstützung und Ausbildung für die HelferInnen bieten wird.
Ich hätte auch mehr Kuschelkissen genäht, aber Michaels Platz im Gepäck ist enden wollend ... Ich kann ja vielleicht noch welche mit der Post schicken.
Dafür habe ich ihm ein Stück "Berufskleidung" ganz nach Wunsch dazu gefertigt, in einer seiner Lieblingsfarben und mit Wunsch-Applikationen.



Schnittmuster: PAhenric von Ki-ba-doo

Sonntag, 24. April 2016

Fashion Revolution Day


Heute ist nicht nur eine ganz wesentliche Wahl in Österreich, sondern auch der Fashion Revolution Day 2016. Wir gedenken des furchtbaren Ereignisses vom 24.4.2013, als das Rana Plaza Building in Bangladesh einstürzte. 1127 Menschen starben, 2438 wurden verletzt. Ich schreibe hier bewusst nicht das Wort "Unglück", weil ich erst vergangenen Montag bei einer Demo gegen Rechts und für Flüchtlinge in einer Rede darauf aufmerksam wurde, was "Unglück" ist.
Sowas hier nämlich nicht.
Dass das Rana Plaza eingestürzt ist, war kein "Unglück". Das Gebäude ist aufgrund grober Fahrlässigkeit eingestürzt und die meisten von uns tragen ein klein wenig Mitschuld daran.
Die meisten von uns (und damit meine ich nicht uns, die wir nähen) tragen nicht nur selbst genähte oder fair produzierte Kleidung, sondern auch oder vor allem oder sogar ausschließlich Kleidung, die in Nähfabriken wie jener, die sich im Rana Plaza Building befand, unter unmenschlichen Bedingungen zu Löhnen, die diesen Namen nicht verdienen, produziert wird.


Im Unterschied zu vielen anderen Nähbloggerinnen sehe ich das Nähen nicht nur von der Hobby-Seite aus.

Ich habe 2008 mit dem Nähen als Hobby begonnen und einige Jahre mit Begeisterung meine Kinder mit bunter Kleidung benäht. Der Spaß stand dabei im Vordergrund und die Freude, einzigartige Dinge schaffen zu können, mit denen ich genau den Wünschen und Vorstellungen meiner Kinder entsprechen konnte. Ich habe dabei ziemlich viel Geld in mein neues Hobby investiert und mir anfangs naiv gedacht, der unverhältnismäßig niedrige Preis der Kaufkleidung lasse sich wohl durch die hohe Stückzahl irgendwie rechtfertigen.

Nach einigen Mühen habe ich es im Frühjahr 2012 geschafft, die Gewerbeberechtigung zum Nähen von Kinderkleidung zu erlangen, und habe fortan nicht nur für die eigenen Kinder genäht, sondern auch für "fremde". ;-) Ich dachte, auch manche andere, die nicht selbst nähen, würden gerne individuell gestaltete Kleidungsstücke ganz nach Wunsch für ihre Kinder haben. 

Und tatsächlich wollen auch viele andere Leute individuell gestaltete Kleidungsstücke, aber nur wenige sind bereit, dafür auch dem Aufwand entsprechend zu bezahlen.
Schuld daran sind wohl die großen Bekleidungskonzerne, die den Menschen das Gefühl geben, Kleidung sei einfach nicht mehr wert. Ich bekomme oft schriftliche Anfragen für Aufträge - ein Shirt mit diesem und jenem darauf, eine Mutter-Kind-Pass-Hülle, einen neuen Bezug für den Kinderwagen, was auch immer - und sobald wir zum Preis kommen, ist das Ende des Schriftwechsels erreicht. :-)
Nicht, dass ich Preise verlangen würde, von denen ich leben kann. Ich verrechne die Materialkosten plus einen Stundensatz von maximal 10 Euro für meine Arbeitszeit (das entspricht dem österreichischen Kollektivvertrag für unsere Branche), ich verrechne keine Umsatzsteuer, obwohl ich sie hinterher ans Finanzamt abführen muss, ich verrechne keine zusätzlichen Kosten.
Ich habe auch keinen Mangel an Aufträgen, im Gegenteil - wer bei mir etwas bestellt, muss mit längeren Wartezeiten rechnen.
Trotzdem ist es nichts, wovon man leben könnte.
Bisher hatte ich ein anderes solides Grundeinkommen und habe das hier zusätzlich gemacht, eher aus Spaß. Ab 2017 wird sich das ändern, deshalb werde ich - voraussichtlich ab Juni - Teilzeit und ein paar Monate später Vollzeit zu arbeiten beginnen.


Nähen ist eine wunderbare Tätigkeit. In deinem Kopf entsteht ein Bild von einem neuen Kleidungsstück und mit deinen Händen kannst du es umsetzen.
Aber es ist nichts wert in unserer Gesellschaft, oder jedenfalls zu wenig.
Vielleicht können wir das ja gemeinsam ein wenig ändern.

Bis 25.4.2016 könnt auch ihr euren Fashion-Revolution-Day-Beitrag noch bei Susanne verlinken.
Fashion Revolution Day Aktion

Dienstag, 19. April 2016

103 OhrenDingse für Lesbos♥


Heute zeige ich euch ein Herzens-Projekt von mir.


Vor einigen Wochen habe ich erfahren, dass eine liebe Bekannte von mir, Sabine Beck von den Wiener Grünen, mit einem Traumatherapeuten in Kontakt ist, der eine Reise nach Lesbos plante, um dort vor Ort mit traumatisierten geflüchteten Kindern und Erwachsenen zu arbeiten. Er hatte dafür ein Go-fund-me-Projekt angelegt, da habe ich gerne mitgespendet ... aber als ich gelesen habe, dass er von dem Geld auch Teddybären kaufen möchte, dachte ich sofort, dass ich da gerne mehr beitragen würde.
Schon war die Idee der Ohren-Kuschelkissen geboren. ;-)
Was ich mir dabei gedacht habe: Regenbogenbunt, um positive Gedanken zu machen. Weich, um damit zu kuscheln. Klein, damit es in jede Tasche passt und nicht gleich verloren geht. Quadratisch, damit es ein Kissen ist und beim Schlafen hilft. Mit freundlichem Gesicht. Mit Ohren, damit es ein liebes Tier ist, aber nicht so, dass man deutlich ein bestimmtes Tier erkennt (Kulturunterschiede - wer weiß, wer welches Tier wo wie gut/komisch/böse findet). Und mit einer kleinen Tasche auf der Rückseite - Platz für ein Foto, einen Zettel, ein Zuckerl oder auch, wie ich in der Praxis auf den Fotos immer wieder gesehen habe, die eigenen Finger.:-)

Dann habe ich Sabine und Therapeut Michael gefragt ... sie fanden die Idee super und Michael wollte gerne OhrenDingse mitnehmen. Etwas aus den Socken gehoben hat es mich dann bei der Zahl, denn sie wollten gern gleich hundert Stück haben. Aber geht nicht gibt's nicht bei mir. :-)
Also fleißig genäht ...


Und knapp nach Ostern alles glücklich übergeben.



Inzwischen ist Michael von seinem Aufenthalt schon wieder zurück, er hat ein paar Bilder gemacht, die ich auch verwenden darf, vielen Dank dafür, und deshalb könnt ihr hier ein Flipagram von der Entstehung bis zum Einsatz meiner OhrenDingse ansehen:


(Bilder aus Lesbos mit freundlicher Genehmigung von Michael Eder.)

Die nächste Reise von Michael ist schon geplant, wieder sollen meine "Puppets", wie sie in Lesbos heißen, mit dabei sein, deshalb wird hier schon für Nachschub gesorgt:


Verlinkt beim Creadienstag.

Montag, 18. April 2016

MiniLOU


Zwei Babykleider (MiniLOU von ki-ba-doo) in Größe 68 hat eine liebe Kundin bei mir bestellt - eigentlich war eine Kombi aus Orange und Gelb gewünscht, aber nachdem wir keinen kräftig gelb gemusterten Jersey finden konnten, der uns gefiel, haben wir doch gemeinsam etwas anderes ausgesucht.♥
Habt einen guten Wochenbeginn! (Bei uns leider mit Dauerregen ... örks.)

Freitag, 15. April 2016

Rainbow Baby ♥♥♥


Für ein im Februar zur Welt gekommenes, besonders sehnsüchtig erwartetes Baby einer lieben Blogger- und Insta-Freundin♥ habe ich dieses bunte Set hier genäht.
Bei der wenigen Zeit, die ich habe, hat es mit dem Geschenk ein wenig gedauert ... die kleine Maus ist schon wieder sieben Wochen alt, aber nun ist das Päckchen doch in Deutschland angekommen. :-)
In der Mini-Version finde ich Regenbogen-Sachen ja besonders knuffig!


Habt ein schönes Wochenende!

Shirt: Ottobre 4/2010, Hose: Klimperklein/Checkerhose